Ein-Euro-Orchester
Eigentlich klingt dieses Projekt ansprechend. Aber der Bericht, den ich vor einigen Tagen im Radio aufschnappte, ließ mich doch ein wenig stutzig werden. Mittlerweile hat das Ensemble Arpeggiato über 30 Auftritte absolviert; allerdings ohne Gage. Einerseits ist so etwas natürlich eine Gelegenheit, die Musiker ein wenig bekannt zu machen, andererseits manifestiert sich hier wieder einmal die immer weiter um sich greifende Annahme, daß Kultur eben kostenlos zu sein habe. Wer mag schon Eintritt zahlen, wenn es doch immer wieder Gratis-Konzerte gibt?
Das hat natürlich fatale Folgen für alle, die davon leben, schlußendlich also auch für die hier auftretenden Musiker. In wenigen Monaten läuft das Projekt nämlich aus und die derzeit neun Künstler werden in die Selbständigkeit entlassen - mit, wie ich vermute, kaum einer wirklichen Perspektive.
Das hat natürlich fatale Folgen für alle, die davon leben, schlußendlich also auch für die hier auftretenden Musiker. In wenigen Monaten läuft das Projekt nämlich aus und die derzeit neun Künstler werden in die Selbständigkeit entlassen - mit, wie ich vermute, kaum einer wirklichen Perspektive.
Karan - 18. Januar, 11:28
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Londo - 18. Januar, 15:26
Es gab schon einmal..
...jemand, der anfangs ohne Gage und ohne Eintritt auftrat: ein gewisser Edgar Broughton (http://de.wikipedia.org/wiki/Edgar_Broughton ) mit seiner nach ihm benannten Band. Das hatte fatale Folgen: seine Fans verlangten irgendwann, dass Konzerte der Edgar Broughton Band grundsätzlich kostenfrei sein müßten, und traten in einigen Fällen, in denen Broughton Gage und daher Eintritt verlangte, die Konzertsaaltüren ein. Von daher erscheint mir der Weg des Ensemble Arpeggiato in der jetzigen Form wenig zukunftsträchtig.
Hellblazer - 19. Januar, 10:10
Kultur sollte tatsächlich kein "Konsumartikel" sein. Und damit ist gegen "umsonst" im Sinne von kostet kein Geld erstmal nichts zu sagen - solange das nicht heißt, dass der Kulturschaffende das "umsonst" machen muss, denn das ist ein gänzlich anderer Anspruch, der mit der Möglichkeit des Erlebens von Kultur ungeachtet jemandes finanzieller Ausstattung nichts zu tun hat (und haben darf). Denn dann ist das alles tatsächlich - auch kulturell gesehen - alles umsonst...
...wenn allerdings die Gesellschaft den Faktor "Geld" als Kulturelement (und nicht nur Mittel zum Zweck) inzwischen anerkannt hat sind Überlegungen zur Frage "umsonst" eh obsolet, denn dann ist Kultur, an die das Kulturelement "Geld" nicht mit angeknüpft wird, eben kein Beitrag zur Kultur.
Man wird schwindelig, wenn man mal anfängt, Konsequenzen dessen, was aktuell "Kultur" in dieser Gesellschaft ist (Kultur hier eben auch als Gesellschaftsnormen etc. verstanden), geradeaus weiterdenken zu wollen...
...wenn allerdings die Gesellschaft den Faktor "Geld" als Kulturelement (und nicht nur Mittel zum Zweck) inzwischen anerkannt hat sind Überlegungen zur Frage "umsonst" eh obsolet, denn dann ist Kultur, an die das Kulturelement "Geld" nicht mit angeknüpft wird, eben kein Beitrag zur Kultur.
Man wird schwindelig, wenn man mal anfängt, Konsequenzen dessen, was aktuell "Kultur" in dieser Gesellschaft ist (Kultur hier eben auch als Gesellschaftsnormen etc. verstanden), geradeaus weiterdenken zu wollen...
Karan - 19. Januar, 12:39
Ausschlaggebend ist genau jener Punkt: die angemessene Entlohnung der Kulturschaffenden.
Wenn ich die Systemanalyse, die Du da grad angerissen hast, weiterdenke, wird's mir nicht nur schwindlig, sondern gleich richtig schlecht...
Wenn ich die Systemanalyse, die Du da grad angerissen hast, weiterdenke, wird's mir nicht nur schwindlig, sondern gleich richtig schlecht...
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